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inter@ktiv Deutsch Ziele

Mit dem Projekt Inter@ktiv Deutsch 2.0 wird an drei Ganztagsgrundschulen im sogenannten sozialen Brennpunkt Berlin Wedding im Rahmen der sozialen Stadtentwicklung die deutsche Sprachkompetenz von bildungsfernen Schülern und deren Eltern durch Einsatz und Benutzung digitaler Medien erweitert. Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund erreichen in der Schule häufig nur sehr einfache Sprachkenntnisse. Sinnentnehmendes Lesen und Texte verfassen bereitet diesen Kindern größte Schwierigkeiten.

Ihre Eltern – oft sozioökonomisch benachteiligt und bildungsfern – können sie nicht genügend unterstützen, und so bleiben auch neue Medien wie Computer, die beim Lernen eine immer größere Rolle spielen, als Informationsmedium weitgehend verschlossen („digital divide“). Schulversagen scheint vorprogrammiert. Die Lust an Schule geht mit zunehmenden Lernschwierigkeiten natürlich schnell verloren.

Dieser Teufelskreis wird durch Inter@ktiv Deutsch durchbrochen. Die Schüler erhalten individualisierte Hilfen für Sprachwachstum und zum Computergebrauch. Diese gezielte Unterstützung wird durch arbeitslose (DaF-)Lehrerinnen im Sachunterricht in Form von Blended Learning und Sprachförderung DaZ gegeben. Dies geschieht natürlich in enger Abstimmung mit den Sachunterrichtslehrkräften, die davon auch erheblich profitieren.

Projektmanagement:

  • Lehr- und Lernwerkstatt DaZ
  • Volkshochschule Mitte

Projektschulen:

  • Gustav-Falke-Grundschule (Wedding)
  • Humboldthain-Grundschule (Wedding)
  • Rudolf-Wissell-Grundschule (Wedding)

Die Eltern werden in den gesamten Prozess mit einbezogen. Sie lernen parallel zu ihren Kindern am Nachmittag in Elternklassen den Umgang mit dem Computer und verbessern ihre Deutschkenntnisse. Das Besondere ist, dass die Kurse im Mediencafé nicht nur die Computerlexik beinhalten, sondern gezielt auf die Unterrichtsthemen der Kinder im Sachunterricht eingehen. Eltern und Kinder haben so die Möglichkeit, darüber multimedial zu kommunizieren.

Weitere Elternaktivitäten sind die Unterstützung bei Bibliotheksbesuchen und die Begleitung bei Ausflügen und Veranstaltungen zu Wunschthemen. Durch den Besuch der Elternklassen, die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern und das Kennen Lernen der Unterrichtsinhalte erhalten die Eltern einen Einblick in den schulischen Alltag und werden langfristig befähigt, sich am schulischen Werdegang ihrer Kinder aktiv zu beteiligen.

inter@ktiv Deutsch 2.0 fördert folgende Zielgruppen:

  • Schülerinnen und Schüler, die aus bildungsfernen Elternhäusern mit Migrationshintergrund stammen. Diese erwerben oder erweitern durch inter@ktiv Deutsch 2.0 Kenntnisse im Umgang mit verschiedenen digitalen Medien, um auf diese im Rahmen einer individualisierten Sprachförderung im Unterricht zurückgreifen zu können.
  • Eltern dieser Schülerinnen und Schüler, die den Umgang mit verschiedenen digitalen Medien erlernen wollen, um den schulischen Werdegang ihrer Kinder zu begleiten und ihre eigenen beruflichen und privaten Interessen zu optimieren.
  • Pädagogisches Personal an den drei teilnehmenden inter@ktiv Deutsch Grundschulen, die sich zu Aspekten des Blended Learning weiterbilden wollen, um zukünftig als Multiplikatoren für Kollegien mit ähnlicher Ausgangslage zur Verfügung zu stehen.
  • Lehrerinnen und Lehrer ohne Anstellung im Schuldienst, die sich durch inter@ktiv Deutsch für die Förderung von Sprach- und Medienkompetenz in der Grundschule sowie für Fortbildungstätigkeit und Implementierung der Konzepte zur eEducation weiterqualifizieren.
  • Mitarbeiter schulfremder Institutionen, die ihre Angebote durch Zusammenarbeit mit inter@ktiv Deutsch besser auf die Bedürfnisse, Kenntnisse und Fähigkeiten der bildungsfernen Familien abstimmen möchten, um diese Zielgruppe zukünftig besser zu erreichen.

inter@ktiv Deutsch 2.0 baut Brücken

  • zwischen Schule und bildungsfernem Elternhaus, besonders für Eltern mit Migrationshintergrund. Die Eltern werden im Rahmen des Projekts zum Umgang mit verschiedenen digitalen Medien befähigt. Über Schulungen und Beratungen der Eltern zur Stärkung ihrer Erziehungskompetenz werden diese dazu angehalten, sich mit ihren Kindern über schulische und außerschulische Themen auszutauschen und somit den Bildungsweg ihrer Kinder aktiv zu begleiten sowie die Bildungs- und Ausbildungschancen der Kinder zu verbessern.
  • zwischen bildungsfernen Eltern und dem pädagogischen Personal in der Schule ihrer Kinder, indem inter@ktiv Deutsch 2.0 zusätzliche Möglichkeiten der Begegnung durch das Mediencafé eröffnet. Dieses wirkt der Angst der Eltern entgegen, die deutsche Schule könnte ihnen ihre Kinder kulturell entfremden.
  • zwischen dem vertrauten häuslichen Umfeld der bildungsfernen Familien und der modernen Informations- und Mediengesellschaft.
  • zwischen schulischer Gegenwart in Berlin und beruflicher Zukunft in Europa.