Projekt Kinder am Computer

„Hilfe, mein Kind spielt schon wieder am Computer“

bild_computer01Das Elternprojekt von inter@ktiv-Deutsch an der Humboldthain Grundschule hat u.a. das Ziel, Eltern bei Erziehungsfragen zu unterstützen. Wie uns durch Fragen der Eltern und auch Medienberichte deutlich wurde,  stellt das geringe Wissen vieler Eltern über sinnvolle und gefährliche Anwendung des Computers ein Problem dar. Viele Eltern sorgen sich um ihre Kinder und möchten gern über dieses Thema informiert werden. Gefragt war also das Wissen von Spezialisten, die außerdem auf einige Besonderheiten der Eltern unserer Schule, wie z.B. sprachliche Schwierigkeiten, eingehen können. Aus diesem Grund sprachen wir mit einem Lehrer und Informatikexperten unserer Schule – Jürgen Kirks – und unserer Sozialpädagogin Serap Yildirim – als Vertrauensperson der Eltern und um sprachlichen Verständnisproblemen vorzubeugen – und baten sie, auf Elterninformationsveranstaltungen interessierten Eltern unserer Schule und der Umgebung Vorteile und Gefahren beim Spielen am Computer vorzustellen. Ein zweites Ziel dieser Veranstaltung sollte sein, den  damaligen Eltern im Elternprojekt mit der Unterstützung durch die inter@ktiv-Lehrerin zu zeigen, wie man gemeinsam mit Experten ein solches Projekt aufzieht und wo und wie man sich Unterstützung holen kann.

Inhaltlich wurde mit den Referenten überlegt, den Eltern deutlich zu machen, dass der Computer sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Nutzer haben kann.. Z.B. helfen Lernspiele, die Kinder mit Hilfe eines gern genutzten Mediums -Computer/ Internet- zukunftstauglicher zu machen. Trotzdem ist aber bei diesem Medium ein Schutz der Kinder vor Gewalt- und Killerspielen notwendig. Die Veranstaltung wollte daher auch einen Überblick über mögliche Gefahrenquellen von Spielen, z.B. Spielsucht, geben. Es sollte erklärt werden, was „Spiel“ im Allgemeinen und was „Gewalt“ im Spiel bedeutet, wie sich das an unserer Schule bemerkbar macht, was privat erträglich ist und was verboten gehört.

bild_computer02Um die Veranstaltung gut vorzubereiten, hatte sich inter(at)ktiv überlegt, dass zusätzliche Geldmittel von Vorteil wären. Zum einen, um die beiden Referenten – Frau Yildirim und Herrn Kirks – zu finanzieren und zum anderen, um Sachmittel zu bezahlen, wie z.B. die Kosten für der Druck von Plakaten, die Einladungen und einige Erfrischungsgetränke. Aus diesem Grund haben wir einen Antrag beim Quartiersmanagement Pankstraße gestellt auf „Unterstützung durch den QF 1″. Den Antrag haben wir gemeinsam mit den Eltern aus dem  Elternprojekt geschrieben bzw. ausgefüllt und im Dezember 2007 abgegeben.

Eine Zusage vom QF 1 auf finanzielle Unterstützung in beantragter Höhe erhielten wir am 29. 1. 2008. Die Unterlagen zum Beantragen der genauen Summen für Sachmittel und Honorare trafen Ende April 2008 ein. Anschließend begannen wir mit der konkreten Planung von zwei Veranstaltungen. Der Vortrag wurde für zwei Termine geplant: Dienstag, den 24. 6. 08 um 18.00 Uhr und Samstag, den 28. 6. 08 um 11 Uhr. Damit wollten wir ermöglichen, auch Eltern anzusprechen, die in den Abendstunden wegen familiärer Verpflichtungen keine Zeit haben.

bild_computer03Gemeinsam mit den Eltern des Projektes erstellten wir Einkaufslisten und Entwürfe für die Plakate und Einladungen. Besonders letzteres erforderte aber ein hohes Fachwissen an Layout und Inhalt, was deshalb von der Inter(at)ktiv-Lehrerinübernommen werden musste. Auch das Ausfüllen der Anträge hat die Eltern zum Teil überfordert, da sie im typischen „Amtsdeutsch“ verfasst sind und es bei der Projektbeschreibung notwendig war, die deutsche Sprache gut zu beherrschen.

Die Einladungen zu den Veranstaltungen gingen ab 10. 6. 08 raus. Dabei unterstützten uns die Lehrer der Schule, die allen Eltern aller Klassen unsere Einladungen mit Rückantwortzettel weitergaben. Gleichzeitg wurden die Plakate verteilt und ausgehängt, u.a. an allen Gebäuden (das sind insgesamt drei) unserer Schule, an den anderen drei Inter(at)ktiv-Schulen, an der City-VHS Antonstraße und natürlich beim QM Pankstraße.

Insgesamt hatten wir 29 Anmeldungen für die Veranstaltung am Dienstag und 22 für den Samstag. Es erschienen dann ca. 50% der angemeldeten Personen, aber auch einige spontan.

Nach einer Begrüßung durch die Inter@ktiv-Lehrerin und der Vorstellung der Projektidee führten Frau Yildirim und Herr Kirks durch die Veranstaltung. Es wurde ohne Handout vorgetragen, dafür bekamen die Anwesenden einen Zugangsschlüssel für die Website/ moodle-Plattform unserer Schule, auf der alle Informationen des Abends zu finden waren. Die Eltern zeigten großes Interesse und beteiligten sich an verschiedenen kleinen Diskussionen, z.B. über eigene Erfahrungen mit den Computerspielen ihrer Kinder, den Umgang mit erzieherischen Maßnahmen und ihre Beobachtungen zur Gewalt unter Kindern und Jugendlichen. Die Referenten hatten verschiede Materialien mitgebracht, die nach der Veranstaltung mitgenommen werden konnten, z.B. von den Bibliotheken, in denen man Spielesoftware mit Zertifikat für Kinder und Jugendlich ausleihen kann. Insgesamt dauerten die Vorträge nicht die geplanten eineinhalb Stunden mit Pause, sondern zweieinhalb.

Es wurde angeboten, den Eltern mit geringeren Kenntnissen im Umgang mit dem Computer in unseren Kursen von Inter(at)ktiv weiterzuhelfen. Darauf sind drei Eltern zurückgekommen, die im aktuellen Schuljahr einen Elternkurs der Humboldthain-Grundschule besuchen.