Sie sind hier: DAZ Lernwerkstatt > Glossar > Textoptimierung

Textoptimierung

Geschrieben von dirk am in

« Zurück zum Index

Unter Textoptimierung versteht man im DaZ-Unterricht, Texte so auszuwählen und aufzubereiten, dass sie für DaZ-Lerner gut verständlich sind. Dabei ist es sinnvoll, grundsätzlich immer Texte auszuwählen, die altersgemäß und informativ sind, um hohen Arbeitsaufwand in Form von Textentlastung (d. h. Textreduktion) oder Textaufbereitung zu vermeiden.

Instrumentarien der Textoptimierung und praktische Unterrichtstipps sind :

  1. Paralleltexte (alternative Texte zu den zu lesenden Sachtexten) entsprechend dem Hamburger Verständlichkeitsmodell (Einfachheit – Gliederung/Ordnung – Kürze/Prägnanz – anregende Zusätze)
  2. Textaufbereitung, z.B.
    • Text mit Überschrift versehen
    • Leitfrage vor Beginn des Textes stellen
    • eine der Altersgruppe angemessene Schriftgröße wählen
    • Zeilennummerierung, um Kommunikation über den Text zu erleichtern
    • klare und überschaubare Gliederung – Text in Absätze nach Sinnabschnitten einteilen
    • Platz für Zwischenüberschriften, die die Kinder einfügen können
    • Randleiste mit Lese- und Verständlichkeitshilfen, um
      • schwierige Wörter zu erklären,
      • grammatische Besonderheiten wie trennbare oder unregelmäßige Verben oder Komposita anzuführen,
      • erklärende Bilder einzufügen
      • Platz für Schülernotizen zu lassen
      • Synonyme und Antonyme zu bestimmten Wörtern zu notieren
  3. Textglossare, entweder am Rand des Textes oder auf einem eigenen Blatt, auf dem die Schüler sich die Bedeutungen der Begriffe anhand des Textes erarbeiten;
  4. didaktisierte Lesetexte, bei denen die Sachtexte unbearbeitet an die Schüler gegeben und durch Leseaufgaben und Leseaufträge begleitet werden. Wichtig ist, dabei darauf zu achten, dass die Lerner klare Handlungsaufträge erhalten und sich aktiv mit dem Text auseinandersetzen. Didaktisierte Texte bieten zudem Hilfen zum Verstehen. Dazu gehören die Verbindung mit Erfahrungen und Vorwissen, Textstrukturierung, Darstellung der Inhalte als Auftrag.
  5. Texterschließungsverfahren und Lesetraining als Strategien zur Verbesserung des Textverstehens (Anpassung des Lesers an den Text.) Dabei werden Schüler mittels mehrfachen zyklischen Bearbeitens des Textes unter verschiedenen Gesichtspunkten zur eigenständigen, selbsttätigen und konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Text geführt. Fremdsprachige Schüler erhalten dabei als Hilfe eine sprachliche Vorentlastung (Was hast du verstanden?). Eine besonders konstruktive und anspruchsvolle Auseinandersetzung des Schülers mit dem Text besteht (nach der eigentlichen Texterschließung) im Wechsel der Darstellungsform. Dies bedeutet konkret: Der Schüler übersetzt einen gegebenen Text in eine andere Darstellungs-form, z.B. eine Tabelle oder ein Assoziogramm. Anschließend benutzen Lerner dieses Produkt, um einen eigenen Text zu produzieren.

Josef Leisen (Hrsg.), Methoden-Handbuch Deutschsprachiger Fachunterricht (DFU), Varus Verlag, Bonn, 1999

 

« Zurück zum Index