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Sprachhandeln

Geschrieben von dirk am in

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Wenn Schüler sprechen, Dialoge und Gespräche führen, formulieren, schreiben, Aufgaben schriftlich oder mündlich ausführen, so wird das in der Sprachdidaktik als Sprachhandeln bezeichnet. Dabei wird Sprache als Möglichkeit begriffen, Dinge in Bewegung zu setzen, eigene Intentionen auszudrücken und Wirkungen zu erzielen. Sprachhandeln bedeutet also, sich mit Hilfe von Wortschatz, Grammatik, Hörverstehen und Sprechfer-tigkeit mit einem Gesprächspartner zu verständigen: z. B. um etwas bitten, nach etwas fragen, sich verständlich machen, etc.

Sprachkompetenz umfasst dementsprechend nicht nur das Beherrschen von Wortschatz und Grammatikregeln, sondern auch soziale Interaktion mit den entsprechenden kognitiven und sozialen Fähigkeiten, die durch sprachliches Handeln erworben werden. Kinder lernen sprechen, weil sie zu anderen Beziehung aufnehmen wollen. Zugleich sind Beziehungen der Antrieb dafür, sich über Sprache zu verständigen. Das gilt für Kinder, deren Muttersprache Deutsch ist ebenso wie für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen: Sie können ihre Sprachfähigkeiten nur dann entwickeln, wenn sie im sozialen Miteinander viele Gelegenheiten haben, über das zu sprechen, was ihnen wichtig ist. Wenn sie die Gelegenheit haben, zu kommunizieren, lernen sie Artikulation, Wortschatz, Satzbildung und die Wirkung von Sprache.

Sprachhandeln ist vor dem Hintergrund der konstruktivistische Lerntheorie wichtig, weil Lerner sich auf die Denkstrukturen von Kommunikationspartnern einlassen, sich mitteilen, auf eine gemeinsame Verständnisebene einigen und dieses Verständnis weitergeben müssen. Denn Konstruktion von Wissen als methodisches Grundprinzip der Gewinnung von Erkenntnissen bedeutet: selbst erfahren, experimentieren, das Erfahrene immer in Bezug zur eigenen Erfahrungswelt setzen.

Praktische Unterrichtstipps sind

  • Methodentraining nach Klippert (Einübung elementarer Lern- und Arbeitstechniken, wie Informationen beschaffen, erfassen und verarbeiten; darüber hinaus Förderung der Kommunikation, Teament-wicklung und Schulentwicklung)
  • Selbstorganisiertes Lernen (Schüler strukturieren und ordnen den Lernstoff selber)
  • kommunikative Methoden (Sprachproduktion geht vor Sprachkorrektheit, Fehler werden akzeptiert; Lernende werden aufgefordert, ihre Meinung zu äußern.

www.grundschulverband.de/standards_grundl_deu.html

Schatz, Heide, Fertigkeit Sprechen. Fernstudieneinheit 20: Fernstudienangebot Germanistik. Deutsch als Fremdsprache, Langenscheidt 2006, Berlin, München, S. 15, 203

www.stangl.eu/psychologie/definition/Konstruktivismus.shtml

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