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Fachsprache

Geschrieben von dirk am in

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Die Fachsprache baut auf der Alltagssprache auf und steht mit ihr in einer Wechselbeziehung. Sie zeichnet sich durch verschiedene sprachliche Merkmale aus, die auch Teil der Allgemeinsprache sind, aber in Fachtexten besonders häufig auftreten. Dazu gehören:

  • y, th, ph etc. (System, Mathematik, Physik etc.)
  • Fremdwörter, Abstrakta
  • Nominalisierungen (z. B. das Andere, beim Verbrennen, unter Beteiligung etc.)
  • mehrgliedrige Komposita (Autobahnverkehr, Rapsblütenstaub)
  • Systeme fachsprachlicher Begriffe (Baum, Wurzel, Krone, Äste, Blätter)
  • Genitivattribute (die Äste des Baumes statt umgangssprachlich: die Äste vom Baum)
  • ungewöhnliche Adjektive (stehendes Gewässer, zähe Flüssigkeit)
  • Partizipialkonstruktionen (siedendes Wasser, geronnene Milch)
  • Passiv und Passiversatzformen (unpersönliche man-Sätze, Verben mit passiver Bedeutung wie erfolgen, bekommen)
  • Imperativformen
  • mehrgliedrige Sätze, Konsekutivsätze (wenn, dann)
  • unpersönliche, sachlich-nüchterne Sprache ohne Identifikationsmöglichkeiten
  • Verallgemeinerungen.

Im Laufe der Grundschulzeit müssen Lernende zunehmend an Fachwortschatz, auch komplexe Wortstrukturen, z. B. zusammengesetzte Wörtern herangeführt werden. Nicht-Muttersprachler verstehen diese Wörter nur, wenn die Lehrkraft sie mit ihnen bewusst zerlegt und ableitet (z. B. Schlüsselerlebnis, Problembewusstsein). DaZ-Lernende sollen kontinuierlich Erzähl- oder Sachtexten mit Wörtern, Ausdrücken und Satz- und Textkonstruktionen begegnen, die nicht in der Alltagssprache vorkommen oder Pronomen, die sich auf Glieder in vorausgehenden Sätzen beziehen. Sie sollen diese Sprachformen nicht nur verstehen, sondern im Laufe der Zeit auch anwenden können.

Fachsprachliche Fähigkeiten sind maßgebend für erfolgreiche Mitarbeit im Unterricht. Häufig werden Defizite und Probleme in diesem Bereich zunächst nicht wahrgenommen, weil die Lernenden im Unterricht alltagssprachlich mitarbeiten. Steigen jedoch die inhaltlichen und sprachlichen Anforderungen in den einzelnen Fächern, tauchen auch massive Sprachschwierigkeiten auf, die im Regelunterricht kaum noch zu beheben sind. Daher muss schon zum Schuleinstieg das Augenmerk auf die Fachsprache gerichtet werden.

Praktische Unterrichtstipps:

  • Glossare
  • Karteikarten, Nachschlagewerke, Bücher

Heidi Rösch (Hg.) u. a., Deutsch als Zweitsprache. Grundlagen, Übungsideen, Kopiervor-lagen, Schroedel Verlag, Hannover 2003

www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/foerderung/schueler_nichtdeutscher_herkunftssprache/daz_handreichung.pdf

 

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