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Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Geschrieben von dirk am in

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Eine Zweitsprache (L2) ist eine Sprache, die jemand neben der Muttersprache (L1) sprechen kann. Man spricht von Zweitsprache (L2) im Gegensatz zur Fremdsprache (ebenfalls L2), wenn die L2 zum täglichen Gebrauch lebensnotwendig ist.

Deutsch als Zweitsprache bezieht sich auf den Erwerb, Gebrauch und die Vermittlung der deutschen Sprache in deutschsprachiger Umgebung.

Bei Kindern und Jugendlichen aus Familien mit Migrationshintergrund beginnt der Erwerb des Deutschen als Zweitsprache häufig vor Eintritt in die Schule (bei Neueingewanderten parallel zum Erwerb der deutschen Sprache in der Schule) und erfolgt gewöhnlich als unbewusster Vorgang in natürlicher Umgebung [ungesteuerter Spracherwerb].

In der Schule ist Deutsch Kommunikations- und Unterrichtssprache in allen Fächern, was bedeutet, dass Kinder mit einer anderen Herkunftssprache als der deutschen, die die deutsche Sprache oft nicht altersentsprechend beherrschen, in einer Sprache lernen, die sie zeitlich parallel erst erwerben. Da der gesamte schulische Lernprozess mit den vorhandenen Sprachkenntnissen bewältigt werden muss, wirken sich die sprachlichen Defizite auf alle Fächer aus und schulischer Misserfolg ist vorprogrammiert. Die Qualität der deutschen (Zweit-)Sprachkenntnisse bildet eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Schulbesuch und -abschluss. Die Sprachkenntnisse in der Zweitsprache hängen allerdings eng mit dem Sprachstand des Kindes in seiner Muttersprache zusammen, der aus verschiedenen Gründen – die Kinder stammen aus bildungsfernen Schichten, bei Deutsch als einziger Unterrichtssprache in der Schule fehlt eine systematische Förderung der Erstsprache etc. – oft auch nicht altersgemäß ist. Ein geeignetes Förderangebot für Schüler und Schülerinnen mit Defiziten in der deutschen Sprache ist zunächst einmal ein spezieller DaZ-Unterricht, in dem die deutsche Sprache nicht isoliert gelernt wird, sondern eine enge Verbindung von Sprach- und Sachlernen besteht. Wünschenswert ist DaZ als Unterrichtsprinzip, was bedeutet, dass die sprachlichen Probleme der Schüler bei Unterrichtsplanung und -durchführung bedacht und berücksichtigt werden, sodass die sprachliche Förderung im Regelunterricht selbst stattfindet.

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