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2. Berliner DaZ-Tage

Geschrieben von dirk am in DaZ-Tage

Perspektiven für DaZ

Broschüre 72 Seiten (pdf / 4,8 MB)

Rose-Marie SeggelkeLiebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns, dass es gelungen ist, unser Versprechen, die gemeinsame Fachtagung der Senatsbildungsverwaltung und der GEW BERLIN vom 15. Februar 2005 in einer Broschüre zu dokumentieren, einzulösen.

Es hat einige Zeit gedauert, bis alle Beiträge beieinander waren und die technische Umsetzung erfolgen konnte. Hierfür möchte ich besonders dem ?Landesausschuss für Multikulturelle Angelegenheiten? (LAMA) der GEW BERLIN , der auch für die Vorbereitung der gut besuchten Tagung verantwortlich war, und den KollegInnen der ?Lehr- und Lernwerkstatt DaZ? danken. Namentlich die Redaktion aus Undine Zeibig, Almut Mohrmann, Michael Nové und Gerhard Weil hat sich mit ihrem Einsatz für die Dokumentation verdient gemacht. Aber auch allen anderen Helfern und Unterstützern, nicht zuletzt aus der GEW-Geschäftstelle, sei an dieser Stelle gedankt.

Einige Diskussionsbeiträge standen uns leider nicht zur Verfügung, aber etwa 90% des Ablaufs kann dokumentiert werden.

Wir sehen alle, Senatsbildungsverwaltung und Gewerkschaft, in den schlechten Lernerfolgen der Berliner Migranten eine zentrale Herausforderung.

Deutsch als Zweitsprache (DaZ) kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Die hier vorgelegten Analysen, Vorschläge und Überlegungen scheinen mir geeignet, den Berliner Lehrerinnen und Lehrern eine Vielzahl von Fingerzeigen und Hilfestellungen zu geben, damit die Schulerfolge von SchülerInnen mit Migrationshintergrund im notwendigen Ausmaß verbessert werden können. Das muss insbesondere zu einem Zeitpunkt gesagt werden, zu dem sich über die Berliner Schule ein Netz von Prüfungsanforderungen, Tests und die Neufassung von Abschlussregelungen vom Mittleren Schulabschluss bis zum Zentralabitur legt.

Wir sollten dabei die Sicherstellung des DaZ-Unterrichts und die notwendige Qualifikation der ErzieherInnen und Lehrkräfte, auch bei ihrer Ausbildung, nicht vergessen. DaZ- Unterricht darf nicht länger als Luxus oder Sahnetupfer angesehen werden, der als erstes an den Schulen ausfällt, sondern er muss normaler, selbstverständlicher Bestandteil des Unterrichtsangebots der Berliner Schule sein. Kein Bereich und kein Fach muss mit vergleichbaren Schwundraten durch Unterrichtsausfall etc. rechnen, nirgendwo sonst wird so leichtfertig nicht für die Aufgaben aus- und fortgebildetes Personal eingesetzt.

Die Forderung von Christine Frank-Schild, Schulleiterin an der ?Carl-Kraemer- Grundschule? im Soldiner Kiez: ?DaZ Stunden werden nicht von ?irgendwem? durchgeführt? ist leider noch nicht die Regel.

In diesem Sinne hoffe ich, dass diese Dokumentation ?in die richtigen Hände? fällt und einen Beitrag dazu leistet, DaZ in Berlin doch noch zu einer Erfolgsgeschichte werden zu lassen!

Rose-Marie Seggelke,

[1. Vorsitzende der GEW BERLIN]